Wissenswertes
Querschnitt durch die Arten der Haarentfernung
Epilation ist die dauerhafte Entfernung von unerwünschten
Haaren. Die meisten Methoden zur Haarentfernung sind nicht dauerhaft,
auch wenn die Werbung uns dies suggerieren will (Epilady, Silk-Epil
usw.).
Zur Zeit konkurrieren drei verschiedenen Epilationsmethoden
zur dauerhaften Haarentfernung:
NADEL-EPILATION
Die Nadel-Elektroepilation war lange Zeit die einzige
Methode, um Haare dauerhaft zu entfernen. Bei dieser Methode muss in
jedem zu behandelnden Haarfollikel eine Nadel eingebracht und bis zur
Wurzel vorgeschoben werden. Das Follikel wird dann mit einem Stromimpuls
zerstört, welcher die Haarwurzel verätzt (Elektrolyse) und/oder verbrennt
(Thermolyse). Anschließend werden die Haare mit einer Pinzette entfernt.
Bei der Nadelepilation wird Haar für Haar einzeln behandelt, wobei dies
zum einem sehr mühsam, zum anderen auch sehr schmerzhaft ist. Viele
Patienten versuchen daher, sich mit Schmerzmitteln bzw. schmerzlindernden
Salben zu betäuben. Diese Methode der Haarentfernung belastet die Haut
nicht unerheblich, da ihr viele kleine Wunden und Verbrennungen zugefügt
werden. Es dauert ein Jahr oder länger, bis diese kleinen Wunden und
Narben wieder vollständig verheilt sind.
Da über 300 Behandlungsstunden bei einer durchschnittlichen
Gesichtsbehaarung nichts Ungewöhnliches sind, kann es Monate oder sogar
Jahre der Behandlung benötigen, um ein befriedigendes Ergebnis zu erhalten.
Die Erfolgsrate liegt bei unter 25 Prozent der behandelten Haare. Bis
heute ist es aber für extrem helle oder weisse Haare die einzig wirksame
Methode.
LICHT-EPILATION (IPL / BLITZLAMPEN)
Diese Methode wird oft als Laser verkauft, jedoch funktionieren
diese Geräte mit Licht aller Wellenlängen, meist einer Xenon-Hochdrucklampen,
deren Spektrum lediglich durch Filter auf einen engeren Bereich gebracht
wird. Prinzipiell funktionieren auch diese Geräte.
Die Behandlung darf von unserer Kosmetikerin durchgeführt werden.
LASER-EPILATION
Durch einen kurzen Lichtimpuls von exakter
Wellenlänge, welcher optimal durch das im Haar vorkommende Melanin absorbiert
wird, wird die Haarwurzel sehr stark erhitzt, so das diese abschließend
verödet. Das umliegende Gewebe bleibt aufgrund seiner viel kleineren
Struktur im vergleich zum Haar unberührt (Thermokinetische Selektivität
oder: Dicke schwitzen schneller als Dünne).
Um eine möglichst hohe Eindringtiefe (manche Haare liegen
bis zu 5 mm unter der Haut) bei maximaler Empfindlichkeit des Melanins
zu erreichen, hat sich in der Praxis eine Wellenlänge von 755 nm (Infrarot)
am besten bewährt, was genau der Wellenlänge des Alexandrit-Lasers entspricht.
Der noch vor wenigen Jahren angewandte Rubin-Laser erzielt
im Vergleich zum Alexandrit-Laser kein so gutes Ergebnis, da dessen
Wellenlänge auf die Haut abgestimmt ist und nicht auf die des Haares.
Der Dioden-Laser hat eine ähnliche Wirkung wie der Alexandrit-Laser,
bringt aber noch nicht die benötigte Leistung, so dass meist mehr
Behandlung als beim Alexandrit-Laser erforderlich sind.Die Behandlung mit dem Laser darf grundsätzlich nur von Laserspezialisten oder Ärzten durchgeführt werden.
Die zur Zeit gebräuchlichen Methoden für temporäre,
also nicht dauerhafte Haarentfernung sind:
RASIEREN (MESSER, KLINGE, ELEKTRISCHER RASIERAPPARAT
usw.)
Rasieren ist die gebräuchlichste Form der nicht-dauerhaften
Haarentfernung. Mittels eines scharfen Messers, heute meist in Form
einer Rasierklinge, wird das Haar kurz über der Hautoberfläche abgeschnitten.
Die Klinge ist aber nur augenscheinlich sehr scharf; ein Blick unter
das Mikroskop macht deutlich, wie kantig und verfurcht das Messer ist.
Deshalb werden nicht nur die Haare abgeschnitten, sondern auch die Haut
oberflächlich verletzt, was zu Hautirritationen und kleineren Verletzungen
führt. Dies trift auch für elektrische Rasierer zu, nur sind hier die
Hautreizung meist ausgeprägter, da diese meist ohne Gleitmittel arbeiten.
MECHANISCH (ZUPFEN, HEIßWACHS, SILK-EPIL usw.)
Das Haar wird mitsamt Wurzel herausgerissen, was oft
sehr schmerzhaft ist. Nach etwa 4-6 Wochen wachsen die Haare aber in
exakt gleicher Stärke und Anzahl nach. Durch Haare, die durch die mechanische
Belastung verbogen, verdreht oder verzwirbelt sind und dadurch nicht
mehr richtig herauswachsen können, kommt es öfter zu schmerzhaften Entzündungen.
CHEMISCH (ENTHAARUNGSCREME)
Mittels einer chemischen Substanz wird das Haar äußerlich
aufgelöst, die Wurzel bleibt aber unverändert erhalten. Der Erfolg ist
etwas besser als beim Rasieren, doch spätestens nach einer Woche sind
die Stoppeln wieder spürbar. Die toxische Wirkung dieser Stoffe ist
auch heute noch sehr umstritten. Längere Anwendungen können Hautreizungen
und sogar Allergien auslösen.